Daten zur Geschichte der Erdmannshainer Kirche

Die Kirche "Tochter" von Albrechtshain, hat eine halbkreisförmige, in der Viertelkugel überwölbte Apsis vor flach gedecktem rechtwinkeligen Chor. Vor dessen rundem Triumphbogen ein rechtwinkeliges, flach gedecktes Langhaus. In diesem ist die Nordempore mit der Jahreszahl 1512 bezeichnet, als das älteste Beispiel dieser Art Holzbaues der Leipziger Pflege. Die Emporen im Süden und Westen bez. Aö. 1727. Auf dem Dachreiter eine Wetterfahne, bez. J. G. v. L. (?) 1703. 

Dem Bau von 1512 dürfte auch die Höherführung der Apsis nach Außen aus dem Achteck und die eigentümliche Führung des in Holz gebildeten Hauptgesimses angehören. Die Kirche wurde 1858 im Innern erneuert. Altar, mit einem Rahmen in sehr missverstandener Renaissance, darin eine Kopie von Peter Paul Rubens Abnahme Christi vom Kreuze nach dem Bilde in dem Dome zu Antwerpen. Auf Leinwand, in Ö, 90:123 cm messend. Eine nicht ungeschickte Arbeit der Zeit um 1700. Besser sogar als die von gleicher Hand stammende größere gleiche Darstellung zu Belgershain. Taufgestell in Holz, reiche Renaissance, bunt bemalt. Der Zustand ist beschädigt, daher dringend restaurierungsbedürftig . Auf dem Kirchboden befindet sich die Glocke (92cm weit, 83cm hoch, ohne Inschrift) mit einem Plakett, darauf der Gekreuzigte zwischen Johannes und Maria,15. Jahrh. Angeblich stammend aus dem Kloster Eicha. in direkter Nachbarschaft

Zum Kircheninventar gehören weiterhin und sind dringend restaurierungsbedürftig:

- Taufengel, Holz, um 1700, sehr beschädigt, nebst zwei anderen gleichfalls sehr beschädigten Figuren, die derzeit auf dem Kirchboden lagern.

- Statue des heiligen Nicolaus, ca. 1 Meter hoch,  um 1520; zu unbekannter Zeit leider in zwei Teile zerbrochen, ohne Kopf, jetzt auf dem Kirchboden lagernd.

- Kanzel, in Renaissanceform, übermalt, mit zahlreichen, auf Papier geschriebenen, aufgeklebten biblischen Sprüchen. Anfang des 17. Jahrhunderts

- einmanualige Orgel, Baujahr unbekannt, wahrscheinlich um 1900 aus einer Leipziger Schulaula eingebaut.

Die Erdmannshainer Radfahrerkirche ist von Ostern bis zum Reformationsfest von 10 bis 18 Uhr geöffnet und lädt, direkt am Partheradweg zum Verweilen ein. Dies wird möglich durch einen engagierten Kreis von Erdmannshainer Kirchenhütern. Mehr Bilder der Kirche finden Sie hier...