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Die Kirche ist ein Ort paradiesischen Friedens. Das erzählen uns die original erhaltenen romanischen Säulenkapitelle hoch oben im Turm der Klingaer Kirche in ihrer stummen und doch vielsagenden Sprache.

Bis heute sind die Kirchen und mit ihnen die Kirchenbesucher orientiert, das heißt nach Osten ausgerichtet, zur aufgehenden Sonne, dem Symbol der Auferstehung Christi, zum Licht des Lebens. Die Kirchen wurden so ausgerichtet, dass am Tag des Namenspatrons der Kirche bei Sonnenaufgang der erste Sonnenstrahl durch das Ostfenster der Apsis genau auf den Altar fiel. Jeder konnte erleben: Das Licht kommt aus dem Osten. Durch die spätere Umgestaltung des Altars ist diese Symbolik leider nicht mehr erlebbar, aber sie ist noch genauso gültig.

In der Himmelsrichtung des Westens, des Sonnenuntergangs, sah man dem gegenüber den Ort des Todes und der dunklen Mächte. In diese Richtung war Schutz nötig. Die zwei Wächtergestalten des westlichen Säulenkapitells symbolisieren diesen Schutz. Stoische Ruhe ausstrahlend vermitteln sie felsenfeste Sicherheit. Sicher hatten die Erbauer dabei Jesaja 62,6 im Sinn: „O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt.“

Der Querturm im Westen, hinter dem sich die ganze Kirche versteckt, steht trutzig da wie die Schildmauer einer Burg. Das Hauptportal wurde erst später eingebaut, man betrat die Kirche durch das Süd- und Nordportal. Jedem Kirchenbesucher wurde mit der geschlossenen, schützenden Mauer im Rücken und den Wächtern auf der „Zinne“ ein starkes Gefühl der Sicherheit vermittelt. Im Schutz der Wächter kann sich das Leben entfalten. Die symbolisierten Lilien auf der Ostseite des Kapitells stehen für ein Leben in Reinheit, Unschuld und Liebe und predigen jedem Besucher: Komm herein in diesen geschützten Raum. Hier findest du Frieden.

Was für ein Segen, einen festen Ort zu haben, wo du immer und immer wieder deinen Frieden finden kannst. Von dort kannst du dich immer wieder gestärkt auf deinen Weg machen und deinerseits etwas für den Frieden in der Welt tun. Die neue Jahreslosung spricht davon:
„Suche Frieden und jage ihm nach.“ Psalm 34,15 Das Bild von der Jagd mag im Zusammenhang mit Frieden zunächst verwundern, kann aber hilfreich sein, wenn wir es schaffen von der Tötungsabsicht des Jägers abzusehen und den Vergleichspunkt im Suchen und mühevollen Aufspüren zu finden. Frieden kann wie ein scheues Reh sein, schwer zu finden, schwer zu haschen und zu halten. Aber er ist findbar und machbar und: Er enthält das Paradies, der FriEDEN.
Ich wünsche Ihnen „Jagdglück“ und echte paradiesische Erfahrungen.

Ihr Pfarrer

Norbert George